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29. September 2017

Acer V7850, der neue 4K Geheimtipp?


Der kompakte DLP-Beamer wird den bezahlbaren UHD Markt aufmischen…

Spätestens seit Einführung der 4K-Bluray und des 4K-Streamings hat sich der neue Bildstandard auch hierzulande als HighEnd etabliert: Die 8 Megapixelauflösung sorgt für eine nie da gewesene Detaildarstellung, der DCI Farbraum für erstmals kinooriginale Farben und HDR für eine realistischere Kontrastausnutzung. Umso überraschender ist es, dass im Projektorenmarkt nur die wenigsten Modelle in der Lage sind, diese Vorteile umzusetzen, noch weniger davon im bezahlbaren Preisbereich bis €3000.-. Der Hauptgrund dafür ist die schwierige technische Umsetzung bei Projektoren, die wesentlich komplizierter und filigraner im Aufbau sind, als Fernseher. Native 4K Projektoren liegen daher nach wie vor in hohen und für die meisten unbezahlbaren Preissegmenten.
Mit „unbezahlbar“ möchte der taiwanesische Hersteller Acer jetzt Schluss machen: Mit seinem neuen Modell V7850 schickt er einen neuen Heimkinoprojektor mit 4K und HDR ins Rennen, der es in Sachen Schärfe sogar mit den nativen 4K-Boliden von Sony aufnehmen können soll. Dies alles gibt es zum Kampfreis von unter €3000.-. Ob die Versprechen gehalten werden, oder der neue Beamer nur „heiße Luft“ produziert, zeigen wir in diesem Test-Special.

Ausstattung und Technik

Auf den ersten Blick fallen die ungemein kompakten Abmessungen des V7850 auf, der Neue ist kleiner, als so manches FullHD only Gerät. Dennoch ist der Projektor überraschend leise und gehört zweifelsohne zu den leiseren DLP-Beamern am Markt, hier hat Acer offensichtlich dazu gelernt.

Im Inneren arbeitet die Texas Instruments 4K-UHD Technologie, die aus einem DLP-Chip mit nativen 4 Megapixeln besteht, die mittels eines eShift Glases auf die vollen 8 Megapixel sequentiell verdoppelt werden. Dies entspricht zwar nicht voll nativem 4K, bietet aber dennoch doppelt soviel Pixel als bei anderen eShift Geräten von JVC oder Epson, die nur mit FullHD Chips arbeiten.
Der DMD-Chip arbeitet im V7850 in Kombination mit einem RGBRGB Farbrad, wie es für die Heimkino-Anwendung optimal ist, da es eine besonders akkurate Farbreproduktion gemäß der BT709 / sRGB Farbnorm erlaubt, der neue BT2020 Farbraum mit Kino DCI P3 Unterstützung wird leider nicht abgedeckt, obwohl der V7850 hierzu zumindest kompatibel sein soll.
In der Aufstellung überzeugt der Acer durch einen großzügigen Zoombereich, der in den meisten Wohnräumen eine der gängigen Bildgröße zwischen 2,2m und 3m erlauben sollte. Weniger vorbildlich ist der sehr limitierte Lensshift, der ausschließlich vertikal arbeitet und sehr eingeschränkt ist. Damit lässt sich der V7850 nicht so gut auf die Raumhöhe anpassen, wie die LCD Konkurrenz von Epson. Auch einen elektrischen Zoom / Fokus vermissen wir, wie er in dieser Preisklasse mittlerweile zum Standard wird.

Die Anschlussseite zeigt sich wiederum großzügig und bietet alle gängigen digitalen & analogen Bild- und Kommunikationsschnittstellen. Selbst in höheren Preisklassen findet man selten mehr.

Bedienung

Das Bediensystem ist übersichtlich und lässt sich mit der handlichen und beleuchteten Fernbedienung schnell und zuverlässig steuern.

In dieser gehobenen Preisklasse erwartet man, dass alle notwendigen Parameter für eine komplette Bildkalibrierung geboten werden. Dies ist beim Acer V7850 weitgehend der Fall, leider wird aber nur eine Speicherbank für eigene Einstellungen zur Verfügung gestellt, dies ist zu wenig.

Bildqualität

Texas Instruments beteuert, dass oben beschriebene Technik es mit nativem 4K in Sachen Schärfe problemlos aufnehmen kann. Aus diesem Grund haben wir dem Aspekt Schärfe unser besonderes Augenmerk gewidmet. Und tatsächlich, die Detaildarstellung des Acer V7850 ist so fein und scharf, dass sie alle anderen Projektoren mit eShift Technologie in den Schatten stellt. Hierzu ein Beispiel:
Im Screenshot oben sehen wir eine 4K-Totale mit feinen Details der Hausfassaden. Betrachten wir die feinen UHD-Details genauer, zeigt sich der gravierende Unterschied zu anderen eShift Projektoren (hier Epson TW7300).
8
Acer V7850

9
Epson TW7300

Der Acer V7850 ist dank seine doppelt so hohen nativen Auflösung viel besser in der Lage, die feinen Details der 4K-Auflösung herauszuarbeiten als der Epson TW7300/9300. Auch aus normalen Sichtabständen wirkt der Acer wesentlich schärfer, als sein Kontrahent. Tatsächlich gelingt es dem Acer, mit dem Sony VW550 (nativer 4K Beamer für €10,000.-) mitzuhalten.

Noch größer werden die Unterschiede in Bewegungen: Der Acer V7850 ist nahezu der einzige bezahlbare Projektor mit echter 4K-Zwischenbildberechnung, die dafür sorgt, dass die UHD Auflösung auch in Bewegungen erhalten bleibt. In bewegten Bildern setzt sich der Acer noch deutlicher gegen den Epson, aber auch gegen den Sony durch. Es gibt derzeit so gut wie keinen anderen so scharfen Heimkinoprojektor am Markt. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten: So gut der Acer V7850 mit 24p und 60Hz Bildmaterial auch zurechtkommt, so hat er doch Probleme mit dem hierzulande gängigen 50Hz Bildmaterial, wie es für Sportübertragungen und TV genutzt wird. Dieses muss er intern auf 60Hz wandeln, was zu einem leichten Stottern führt. Als Sportbeamer ist der Acer V7850 daher bislang nicht zu empfehlen.

Farbraum

In Sachen Farben setzt Acer auf ein klassisches RGB/RGB Farbrad, ohne „Brilliant Color Schummeleien“, was zu einem korrekten Verhältnis der Farbhelligkeiten führt. In der Tönung ist das Farbrad auf die klassische Rec709/sRGB Norm abgestimmt, wie unsere Messung belegt:

Für SDR wird somit eine perfekte Farbwiedergabe gewährleistet, doch für UHD Premium Blurays mit originalen Kinofarben ist der Farbraum zu klein, um besonders gesättigte Farben abzubilden. Aus diesem Grund passt der V7850 UHD Premium Inhalte in Echtzeit an seinen eigenen Farbraum an, was zu einem sehr ansprechenden Bildergebnis führt, doch im direkten Vergleich zu Projektoren mit nativem DCI Farbraum (z.B. JVC X7500) werden die Defizite in besonders reinen Rot- und Grüntönen sichtbar.

Die Umsetzung des erhöhten HDR Kontrastes gelingt dem Acer vor allem in hellen Szenen dank seiner hohen Lichtausbeute (1900 Lumen brutto / 1400 Lumen kalibriert) und des sehr hohen Inbildkontrastes (>400:1), das Bild hat vor allem in optimierten Räumen eine hohe Plastizität und starke Abgrenzung zwischen hellen und dunklen Inhalten. Aufgrund seines limitierten Kontrastumfangs (1400:1 nativ kalibriert / 4800:1 dynamisch) zeigt er aber Schwächen in dunklen Szenen mit hohem Schwarzanteil, dem bei ihm an Dunkelheit fehlt und daher für einen leichten Grauschleier sorgt, hier haben die LCOS Projektoren nach wie vor die Nase vorn.

Fazit

Acer ist mit dem V7850 ein beeindruckend scharfer 4K Beamer gelungen, der mit seinem Preis von €2990.- die UltraHD Auflösung im Heimkino endlich für viele bezahlbarer macht. Sein leises und kompaktes Chassis und die ausgewogene Abstimmung zwischen Helligkeit, Farben und Detailschärfe werde in diesem Jahr viele Freunde finden und einen starken Gegenpol zu den LCD / LCOS Platzhirschen von Epson und Sony bilden.
Nach vielen Jahren lebt der Kampf zwischen den Projektionstechnologien DLP und LCD wieder auf, endlich! Denn: Konkurrenz belebt das Geschäft und der Kunde profitiert von fallenden Preisen und größeren Schritten in den technischen Entwicklungen.
Ekki Schmitt
Ekki Schmitt
Ekki Schmitt ist der Beamer Profi in Deutschland. Für Beamer-Discount.de testet, schreibt und prüft Ekki viele Geräte und schreibt darüber in unserem Blog.

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